Stromausfall - und nichts geht mehr

220kV-Leitung, Eigenaufnahme
220kV-Leitung, Eigenaufnahme

Das Stromnetz gehört, wie z.B.  das Telekommunikationsnetz, die Wasser- oder Gasversorgung, Schiene und Straßen, zur "kritischen Infrastruktur". Fällt sie aus oder ist beeinträchtigt, so wirkt sich dies unmittelbar auf unser Leben aus. Die Stromversorgung spielt hierbei eine zentrale Rolle. Schon kurzes Nachdenken führt vor Augen, welche Bereiche von der Vesorgung mit elektrischer Energie abhängig sind.
Oder: Was geht nicht mehr, wenn der Strom ausfällt?

  • Licht
  • Heizungsanlagen, die auf elektrische Energie angewiesen sind. Also eigentlich bis auf Einzelöfen, die mit Holz oder Kohle betrieben werden, alle Anlagen
  • Gebäudefunktionen: Durch zunehmend mehr "smarte" Funktionen sind z.B. Türschlösser, Rolläden, Lüftungs- und Klimaanlagen, also die gesamte Gebäudeautomation, nicht mehr funktionsfähig. 
  • Wasserversorgung
  • Tankanlagen
  • Kühlhäuser
  • Ladestationen für E-Mobilität
  • Bezahlsysteme, Bankautomaten. Einkaufen ist weitgehend nicht mehr möglich
  • Internet, Telefon, Mobilfunk ...
  • Bahn, Straßen (Beleuchtung, Verkehrsleitsysteme)
  • usw.

 

Telekommunikation  - Fragen und antworten

  • Warum hat das Telefon früher bei Stromausfall noch funktioniert und heute nicht mehr?
    Bei analogen und auch ISDN-Anschlüssen konnten die Endgeräte noch vom Netzknoten (Vermittlungsstelle) der Post/Telekom versorgt werden. Dies war für mehr als 100 Jahre eine wichtige Vorgabe für den Netzbetrieb und Teil der staatlichen Daseinsvorsorge.
    Dies änderte sich vor einigen Jahren mit der Abschaltung des "alten" Telefonnetzes. Seither wird im Festnetz mit Voice oder IP (VoIP), also über den Internetanschluss (Router) telefoniert. Der Router ist aber auf einen örtlichen Stromanschluss angewiesen. Wenn dieser ausfällt, kann folglich auch nicht mehr telefoniert werden. 

  • Kann ich dann den Anschluss mit einer Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) absichern?
    Ja und nein. Sofern der Router ohne weitere technische EInrichtung über eine Kupferleitung mit dem nächsten Netzknoten verbunden ist, wäre der Weiterbetrieb möglich. Dies ist allerdings sehr unwahrscheinlich, da in den "grauen Kästen" (Kabelverzweiger, KVz) meistens vorgelagerte aktive Baugruppen installiert sind, die ebenfalls von einer örtlichen Stromversorgung abhängen. Dies ist sowohl bei Anschlüssen über die traditionelle Kupferleitung als auch bei Glasfaser der Fall.
    Bei Glasfaseranschlüssen, die direkt ein Gebäude versorgen (FTTH - fiber to the home) besteht sowieso keine Möglichkeit einer externen Energieversorgung über die Anschlussleitung.

  • Immerhin habe ich ja für diesen Fall aber noch mein Handy
    Ja und nein. Wenn der Ausfall nur einen kleinen Teilbereich des Versorgungsnetzes betrifft, kann über den "nächsten Mobilfunkmast" (Basisstation) weiter Kontakt aufgenommen werden. Fällt jedoch ein ganzer Ortsteil oder gar eine Region aus, so sind davon auch die Mobilfunkstandorte betroffen. Deren Notstromversorgung ist in den allermeisten Fällen nicht für einen längeren Ersatzbetrieb, sondern nur für kurze Ausfälle bzw. bei längeren Ausfällen für ein kontrolliertes Herunterfahren der Station ausgelegt.
    Dies bedeutet, dass bei Sromausfall keine Kommunikation mehr möglich ist - außer, man hat ein Funkgerät ;-).

  • Bricht dann das gesamte Netz zusammen?
    Nein, größere Netzknoten haben eine Netzersatzanlage (NEA), die einen dauerhaften Betrieb ermöglicht. Das "Kernnetz" und die regionalen/überregionalen Verbindungen bleiben funktionsfähig. Hierfür sind Batterieräume und Dieselgeneratoren entsprechender Größe vorgesehen.
    Auch die immer wichtiger werdenden "Rechenzentren" für Cloud-Dienste haben umfangreiche Anlagen zum Funktionserhalt bei Stromausfällen.

Batterieraum des Netzknoten Konstanz, aufgenommen bei der Besichtigung mit einer Elektroklasse.

Black oder Brown - wann ist was out?

Kurz gefasst:

  • Der Begriff Blackout hat eine erweiterte und allgemeine Bedeutung. Er beschreibt im Bereich der Stromversorgung einen "längeren" und ungeplanten Ausfall, der verschiedene Ursachen haben kann, z.B.. Unfall, Naturereignis, Sabotage. Hierzu ein erschreckendes und aktuelles Beispiel eines Terroranschlages auf die Stromversorgung Berlins im Januar 2026.

  • Ein Brownout ist dagegen ein Ausfall durch Schalthandlungen (Zu- und Abschalten von Netzelementen/Netzbereichen) des Netzbetreibers um z.B. auf eine Überlastungs- oder Fehlersituation zu reagieren. Er ist also bewusst herbeigeführt, um einen noch größeren Schaden zu verhindern.

wie sicher ist die Stromversorgung in deutschland?

Ebenfalls kurz gesagt: Deutschland hat eine sehr sichere Stromversorgung. Informationen dazu git es hier:

Wo finde ich persönliche handlungsempfehlungen im krisenfall?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist die für den .Zivilschutz bzw. Zivilverteidigung zuständige Behörde. Dort finden sich: